In den unendlichen Weiten der Hardware-Communities sind im Bezug auf
das richtige Gehäuse zwei große Glaubensgruppen vertreten. Den
Anhängern der ersten Gruppe ist sowohl Aussehen, als auch
Funktionalität ihres PC-Gehäuses zweitrangig, Hauptsache es bietet
genug Stauraum für die neusten Hardware Artikel. Personen der anderen
Gruppe dagegen sind sehr wohl darauf bedacht, ihren Rechner auch nach
außen hin in einem glanzvollen Licht zu präsentieren. Hier muss
allerdings weiter differenziert werden, denn trotz einen gemeinsamen
Ziels - dem perfekten Gehäuse - sind die Wege durchaus unterschiedlich:
Die einen schwören auf ihre eigenen Fähigkeiten, die ihres Dremels und
ihrer Kreativität, die anderen lassen sich durchaus von ab Werk
modifizierten Gehäusen entzücken und greifen anstatt zum Werkzeug
lieber etwas tiefer in die Brieftasche. Der Markt für letztes Klientel
platzt mittlerweile aus allen Nähten und wer da als Hersteller bei der
Fangemeinde keinen guten Ruf hat oder sich ständig durch neue Produkte
ins Rampenlicht zu drängen weiß, rutscht schnell in die
Interessenlosigkeit ab. Einer dieser Hersteller, der sich kontinuierlich
durch überarbeitete und kreative Produkte aufs Neue profilieren kann,
ist Thermaltake. Mit ihrer jüngsten Gehäusereihe präsentieren die
einfallsreichen Taiwanesen ein kompaktes Case auf Basis des Casetek
1020 mit leicht modifizierter Frontpartie und aufgebohrten
Ausstattungsmerkmalen. Wie sich der WinGo V7000D als ein Vertreter der
Xaser V Baureihe, der speziell auf Spieler ausgelegt ist, im Test
schlägt, zeigt sich im Folgenden.
Zunächst
gilt unser Dank an Jungs von Thermaltake, die uns mit der Teststellung
diesen Bericht ermöglichten. Zu beziehen sind die Gehäuse der Xaser
Reihe bei Frozen-Silicon
als deutscher Distributor für Thermaltake
Produkte.
Laufwerke: 5 x 5,25" extern, 2 x
3,5" extern, 3 x 3,5 intern
5 vorinstallierte Gehäuselüfter (
z.T. mit Staubfiltern versehen )
1x
80mm Front
1x 80mm
Oberseite
2x 92mm
Seitenzwischenwand ( davon einer blau beleuchtet )
1x
92mm Rückwand ( blau beleuchtet )
externe USB, Firewire, Lautsprecher
und Mikrofon Anschlüssen auf Oberseite
Front und Seitenwand verschließbar (
mit Alarmfunktion bei ungewollter Seitenwandöffnung )
Front mit zwei Lüfterreglern und
beleuchtetem Tt Schriftzug
schraubenlose Laufwerkbefestigungen
durch Snap-Schienen
Thermaltake liefert seinen Kunden in
alter Firmentradition wieder allerlei Zubehör mit nach Hause. Im gut
gesicherten und poppig bedruckten Lieferkarton kommt das WinGo V7000D
daher und beinhaltet bereits alle fünf Lüfter vorinstalliert.
Weiterhin liegt eine Bedienungsanleitung in englischer Sprache mit
ausreichender und verständlicher Illustrierung bei, welche anschaulich
Auskunft über die Features und Funktionsweise des Gehäuses gibt. In
entsprechenden 3,5Zoll Laufwerkhalterungen praktisch verstaut sind die
Kunststoff-Haltevorrichtungen für Festplatten, Floppy und optische
Laufwerke. Komplettiert wird das Paket durch die Zugabe von allerlei
"Kleintieren" wie diversen Schrauben, Motherboardstandoffs,
zwei Kabelbindern, einem Schlüsselpaar und einer Standard-ATX-Backpanel-Blende.
Thermaltake-Anhänger freuen sich weiterhin über drei großformatige
WinGo-Sticker :o)
Verarbeitungsqualität
Thermaltake
zeigt wieder einmal eindrucksvoll, wie verschieden Auffassungen
bezüglich eines bestimmten Produktkonzeptes zwischen unterschiedlichen
Herstellern sein können: Während für die einen ein als "GamingTower"
proklamiertes Gehäuse vorrangig LAN-Party Gänger ansprechen und
entsprechend leicht und transportfähig sein soll, hebt sich der
trainierte Postbote schon bei der Lieferung des gut 15 Kilo schweren
Stahl-Kolosses einen mittelschweren Bruch.
Nichts
desto trotz wird qualitativ ein vorzeigbares Ergebnis abgeliefert: Der
kompakte Xaser V Midi-Tower verfügt aufgrund seines enormen
Materialeinsatzes und Zwischenverstrebungen über eine selten gesehene
Verwindungssteifigkeit. Selbst die mit dem großflächig aufgestatteten
X-Seitenfenster stark geschwächte linke Seitenwand zeigt keinerlei
Stabilitätsprobleme. Die
matt-blaue Lackierung unseres Test Gehäuses erfreut sich
gleichmäßiger und kratzfester sowie Fettfinger-unanfälliger
Auftragung. Leider sind im Inneren viele, aber nicht alle Metallkanten
in letzter Vollendung entschärft, sodass der überstreifende Finger
doch hier und da zurückschreckt ( Bild: Im Bereich des Netzteiles ).
Bei der Verbindung der einzelnen
Stahl-Bauelemente kommen größtenteils Nieten zum Einsatz, die rückwärtig
abgeschliffen wurden. Ein Kleinwenig wackelig scheint die Verbindung der
Plastikfront mit dem restlichen Gehäuse über zwei Einrast-Clips ( im
Bild ), die nicht wirklich den stabilsten Eindruck machen. Der sichere Stand
dagegen auf Parkett und Co. wird über
vier ausklappbare Gummi-besetzte Standfüße gewährt.
Insgesamt
ist die Komposition aus dickwandigem Stahl und der reinen
Kunststofffront doch recht sauber und passgenau gelungen.