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* Thermaltake Volcano 11 - Fortschritt durch Rückschritt? *

Seine Vorgänger

Bei der genaueren Betrachtung der Fertigungs-Technologien des Volcano 7+ und des neuen Volcano 11 stellt sich uns eine offensichtliche Frage. Basierte der Volcano 7+ auf der skived fin Fertigung, bei welcher der gesamte Kühlkorpus aus einem einzigen Kupferblock geschnitten und somit auf Materialübergänge zu Gunsten der optimalen Wärmeleitung verzichtet wurde, ist der Volcano 11 in einer Art Baukastensystem aufgebaut, bei welchem die Kühllamellen zu Gunsten geringeren Herstellungsaufwands und Kosten auf die Bodenplatte gelötet wurden. Ein scheinbarer Rückschritt? Die Kühlleistungsergebnisse unterstützen dies.

Eine genauere Beschreibung der Fertigungsproblematik findet ihr in unserem CPU Kühler Kompendium.

Montage

Wie besprochen macht die Montage mit dem Volcano 11 einige Probleme. Die 6Punkt Haltebrücke verfügt über keinerlei Bewegungsfreiraum und verklemmt daher unter der Bodenplatte. Die Montage mutiert so zur echten Fummelarbeit. Dazu gesellt sich ein sehr hoher Anpressdruck, um die Klammer unter Zuhilfenahme eines Schlitzschraubendrehers zu fixieren. Zwar versucht die beiliegende Montageanleitung den ganzen Akt verständlich zu schildern, in keiner Weise aber spiegeln die sorgenfreien "easy to do" Thermaltake Bilder die Realität wieder. Ungeübte kann die Anbringung des Kühlers schnell zur Verzweiflung bringen und evtl. zu überhasteten Hauruck-Aktionen bewegen. Von daher empfiehlt sich auf jeden Fall, geeignete Schutzmaßnahmen für die CPU etwa in Form eines Spacers zu treffen.

Positiv bleibt da lediglich festzuhalten, dass die sichere Halteklammer - ist sie denn einmal zum Einrasten bewegt wurden - gepaart mit dem relativ leichten Volcano 11 eine Demontage vor einem Transport nicht von Nöten macht. Auch Platzprobleme und etwaige Gefechte mit umstehenden elektronischen Bauteilen sollten nirgends auftreten. 

Testplattform und Bedingungen

  • CPU: Athlon XP Palomino 2000+ ( 1,67Ghz ) bei 2,05 Volt, entspricht 97 Watt max. therm. Verlust
  • Mainboard: Epox 8K5a2+ ( KT333 )
  • Netzteil: Antec Smart Blue - 2 Lüfter
  • Gehäuse: Antec PlusView 1000AMG - geschlossen
  • Gehäuselüfter: deaktiviert
  • Arctic Silver III

Der Auslastungsvorgang wurde wie gewohnt über unser hauseigenes Programm - dem Tweakers4u Toaster - in einem 20-minütigen Run simuliert. Anschließend musste sich der Kühler in einer ca. 10-minütigen Ruhephase hinsichtlich der Leerlauftemperatur beweisen. Die Temperaturen der Testumgebung lagen bei ca. 22°C, der Rechner war natürlich geschlossen und verfügte über keine weitere Ventilation. Die Auslesung der Messwerte lief über den Motherboard Monitor 5. 

Als Vergleichswerte ziehen wir die anderen Volcano Kühler aus der Serie heran. Jeweils im sehr lauten 12Volt Modus sowie im sehr angenehmen Silent - 7Volt - Betrieb.

Ernüchterung stellt sich ein, betrachtet man die Leistungsresultate des Volcano 11 auf unserer Extrem-Plattform. Von der Namensgebung der Kühlerserie hätte man ja eigentlich eine Leistungssteigerung erwarten können und vielleicht auch müssen, Gegenteiliges ist aber der Fall. Erstaunlich dabei, dass der Volcano 11 als Vollkupferkühler nicht einmal in der Lage ist, die hauseigene Konkurrenz in Form des Volcano 9 als Aluminium-Kupfer Mischkühler mit gleichem Lüfteraufbau ( V9 ebenfalls Smart Fan II ) zu distanzieren. 

Mehr Vergleichswerte gibt's in unseren Kühler-Charts.

Fazit und Empfehlungen

Handelt es sich beim Volcano 11 nun um eine fortschrittliche Neuentwicklung oder doch um einen Rückschritt in allen Belangen? Der Test hinterlässt leider den Eindruck, als sei zweiteres der Fall. Zwar wirbt Thermaltake mit einer futuristischen CPU-Freigabe bis zum XP3400+, welche wir ins keinster Weise anzweifeln, da die Verlustleistung neuster AMD Prozessoren immer noch auf Niveau eines XP2100+ Palomino liegt, allerdings sind auch die meisten anderen aktuellen Kühler problemlos in der Lage, einen solchen Prozessor auf moderaten Temperaturen durch den Arbeitsalltag zu manövrieren. 

So gesehen ist der Volcano 11 eine echte Enttäuschung. Die Kühlleistung liegt durchweg 2°C hinter dem hauseigenen Hybridkühler und weit entfernt vom bisher besten Volcano, dem Volcano 7+. Dabei ist dieser Umstand nicht etwa auf einen leiseren, schwächeren Lüfter zurückzuführen, sondern resultiert schlichtweg auf einem schon theoretisch unterlegenen Designkonzept in der Fertigung des Kühlers. So kann der Volcano 11 lediglich sein auffälliges Erscheinungsbild, die hohe Variabilität in der Lüftersteuerung sowie einen geringen preislichen Bonus für sich auf der Pro Seite verbuchen, wobei auch in diesen Disziplinen der Volcano 9 "CoolMod" die bessere Wahl sein dürfte. Aufgrund der geschickten Marketingtaktik von Thermaltake bei der CPU Freigabe sowie der Assoziation zur Xaser Gehäusereihe wird aber wohl auch der Volcano 11 genügend Käufer finden. Ein würdiger Nachfolger der verheißungsvollen Volcano Serie ist der Volcano 11 unserer Meinung nach aber nicht.

Wer aber dennoch zugreifen möchte, findet den Volcano 11 im gut sortierten Online Shop von Caseking zum Preis von knapp 37 EUR.

Gefallen hat uns ;)

  • optisch durchaus ansprechend
  • viele Möglichkeiten zur Lüfterregelung
  • relativ leicht > transportsicher
  • Verarbeitung und Lieferumfang stimmen

Nicht so gut fanden wir :(

  • schwache Kühlleistung für einen Kupferkühler
  • unzureichende Montageeigenschaften
  • auf 12Volt sehr laut .. störende Nebengeräusche auf minimaler Potieinstellung

Habt ihr noch Fragen oder Vorschläge zum Kühler oder reichen euch die Informationen aus dem Test nicht aus, dann kontaktiert uns einfach im Forum.
 






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