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Silverstone: SG-01 Mini-Gehäuse, Strider ST06F Netzteil & NT06 CPU-Kühler
Autor:
Martin Eckardt
Publiziert:
11.06.2006
Kategorie:
Gehäuse und Zubehör
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Die kalte und unangenehme Zeit des Jahres scheint nun endgültig vorüber und wir begrüßen die ersten richtig warmen Tage mit aufkeimenden Gute-Laune-Gefühlen. Und was läge da näher, als in diesem Aufschwung auch dem etwas Gutes zu tun, der uns am nächsten steht und so treu über die ungemütlichen Winter- und Frühlingsmonate begleitet hat - unserem PC. Zusammen mit der Firma Silverstone, die für ihre umfangreiche Bandbreite qualitativ hochwertiger Gehäuse- und Komponentenlösungen bestens bekannt ist, möchten wir daher heute ein Projekt verwirklichen, das in der kalten Jahreszeit gedanklich heranreifte. Das Ziel soll ein leistungsfähiger, funktionaler und möglichst leiser 2-Lüfter-PC im aktuell sehr beliebten Mini-ATX-Format sein, der sich ohne große Bastelarbeiten auf der Basis von Serienkomponenten abstimmen lassen soll. Das Portfolio von Silverstone hält für dieses Unterfangen scheinbar ideal harmonierende Produkte bereit, mit denen die Schwierigkeiten, einen leistungsfähigen Rechenknecht im kompakten Mini-Format zu realisieren, auf ein bequemes Minimum schrumpfen sollten. Im Konkreten sind es drei Schlüsselkomponenten, die aus dem Hause Silverstone kommen und unser Traumtrio bilden: 

Das Gehäuse: Mit dem SG-01 bietet der Hersteller ein optisch sehr ansprechendes Mini-ATX-Case, das aufgrund seiner Aluminiumstruktur auch noch ausgesprochen leichtfüßig daherkommt und ausreichend aktive wie passive Be- und Entlüftungsmöglichkeiten bereitstellt.

Das Netzteil: Kraftwerk, Hauptventilation und -Lärmquelle zugleich avanciert das Netzteil zur endscheidenden Komponente des Mini-PCs. Silverstone stellt uns mit dem ST06F sein aktuellstes Zugpferd zur Seite, das mit einer Nennleistung von 600 Watt wahnwitzige Reserven bietet, mit einem großformatigen 120-mm-Fan ausgestattet ist und aufgrund seiner modularen Kabelführung optimal auf die knappen Platzverhältnisse eingestellt sein sollte. Ergänzend kommt hinzu, dass Silverstone ein zusätzliches Kabelset mit extra kurzen Kabeln für das Strider anbietet, wodurch dem obligatorischen Salat im Mini-PC wirkungsvoll entgegengewirkt werden kann.

Der CPU-Kühler: Eine äußerst knifflige Komponente im beengten Mini - speziell wenn es leise zugehen soll, kam man in der Vergangenheit an den voluminösen 92- respektive 120-mm-Boliden kaum vorbei. Doch die maximal acht cm Höhenfreiraum zwischen Mainboard und Netzteil disqualifizieren das Gros der Mammutkühler des Marktes gnadenlos. Mit dem brandneuen Nitrogon 06 fanden wir für unser Unterfangen abermals einen adäquaten Partner im Stile eines Thermalright SI-120 in der Produktpalette von Silverstone. Ohne Lüfter passt der 120-mm-Hybridspross exakt unter das Netzteil und nutzt den absaugenden PSU-Ventilator - theoretisch also optimale Bedingungen, sofern, wie in unserem Fall, eine CPU mit moderater Hitzeentwicklung zum Einsatz kommen soll.

Damit wären die drei Hauptakteure des Artikels grob umrissen, sodass wir uns nun in der Einzelbetrachtung detailliert den Charakteren von Case, Netzteil und Kühler widmen und letztendlich deren Zusammenspiel bewerten können.

Silverstone Sugo SG-01 B

Mit einem Preis von etwa 130 Euro gehört das Sugo ohne Netzteil trotz seiner geringen Größe zu den kostenintensiveren Modellen am Markt, der aktuell nur eine überschaubare Konkurrenz bereithält. Wirklich vergleichbare Gehäuselösungen bieten derzeit nur Antec mit dem Aria (etwa 110 Euro inkl. Netzteil), Aspire mit dem X-QPack (etwa 120 Euro inkl. Netzteil) und neuerdings auch AOpen mit dem Gamer-Cube (etwa 90 Euro ohne Netzteil). Das Silverstone SG-01 ist dabei allerdings die einzige ultraleichte Aluminium-Konstruktion und somit preislich vertretbar.

Technische Eckpunkte

  • Mini-ATX Gehäuse mit 263 x 210 x 393 mm (B x H x T)
  • 1,5 mm Aluminium-Chassis, Acrylfrontblende
  • Nettogewicht: 3 Kg
  • Erhältliche Farben: Silber & Schwarz
  • Kompatibilität zu micro-ATX-Mainboards
  • Laufwerkschächte:
    • 2 x 5,25" extern
    • 3 x 3,5" intern
  • Belüftungsmöglichkeiten
    • 80-mm an Rückseite (vorinstalliert: 3000 U/min, 23 dBA)
    • 80-mm an Oberseite (optional)
    • 80-mm seitlich an Festplattenkäfig (vorinstalliert: 2050 U/min, 21 dBA)
  • Frontpanel:
    • 4 x USB2.0
    • 1x 1394 Firewire
    • Kopfhörer
    • Mikrofon

Äußerlichkeiten

Das Sugo überzeugt auf den ersten Blick durch seine zurückhaltende Optik, die speziell frontal eher das schicke, waagerecht gebürstete Aluminiumfinish für sich sprechen lässt, als mit verspieltem Schnickschnack punkten zu wollen. Zu den maßgeblichen Gestaltungselementen zählen dabei allen voran die runden Power- und Reset-Bedienelemente, die sich durch einen knackigen Druckpunkt, ein etwas hohles Tastgeräusch und für unseren Geschmack einen Hauch zu viel Spiel charakterisieren lassen. Die von ihnen eingeschlossenen beiden ultrahellen Status-LEDs für Betrieb und HDD-Zugriff sorgen für den nötigen Farbtupfer bei eingeschaltetem PC und versprühen in Harmonie mit dem weißgrauen Sugo-Metallgewandt ein ansprechend kühles Erscheinungsbild.

 

Dem gegenüber befinden sich, stilgerecht in eine Plexiglasfassung eingelassen, die frontalen Gehäuseanschlüsse für USB, Firewire und Audio, wobei erfreulich festgehalten werden muss, dass das kleine Gehäuse gleich vier universelle Serial-Ports zur bequemen Erreichbarkeit anbietet. Etwas ungeschickt hat Silverstone für unsere Belange unterdessen das Thema externe Laufwerkschächte abgehandelt: Denn zunächst wollen sich die Serienabdeckungen nicht wirklich in die klare Frontgestaltung einordnen und stechen doch technisch wie farblich zu sehr aus der Einheit heraus. Weiterhin verschandelt die in den seltensten Fällen passend gestaltete Serienblende von DVD-Brenner und Co. das gleichstimmige Gesamtbild des Gehäuses - eine gewisse Abdeckung der externen 5,25"-Geräte hätte der sauberen und aufgeräumten Sugo-Front wohl besser getan. Als quasi Wiedergutmachung umrandet Silverstone die beiden Schächte mit einem zarten Streifen Plexiglas, welcher durch das blaue Licht der Status-LEDs passiv hinterleuchtet wird, und setzt diese damit abrundend in Szene.

 

Bei der Gestaltung der Seiten und Deckenpartie des Gehäuses hat sich Silverstone leider stark an einem Schweizer Käse orientiert und zollt damit der eigenen Zielstellung Tribut, ein kompaktes Midi-Gehäuse für hitzwallende High-End-Komponenten anzubieten. Nun gut, aus ästhetischer Sicht ist die großflächige Durchlöcherung der leichten, vierfach fixierten Aluminium-Abdeckung zweifelsfrei nicht zu verzeihen, ist aber im Hinblick auf das "Atmungsvermögen" des PCs aber wohl unerlässlich. Sehr fein sind dagegen die zylindrischen Standfüße, die mit einer Gummieinlage versehen, dem Mini einen äußerst festen und rutschsicheren Stand auf allen möglichen Bodenbelägen verleihen.

 

Rückseitig gibt es derweil wenig spannendes zu entdecken. Neben den Aussparungen für das Motherboard-Panel und das Netzteil finden sich weitere Entlüftungsöffnungen sowie eine zweifach verschraubte Abdeckung für die Zusatzkarten-Halterungen, welche zunächst entfernt werden muss, um an die vier Slots zu gelangen.

Innenausstattung

Spätestens beim Öffnen der Aluminium-Haube des Sugo wird klar: 263 x 210 x 393 mm sind schon recht wenig, um eine komplette PC-Ausrüstung adäquat zu verstauen. Das SG-01 versucht diesem Umstand mit einem modularen Aufbau zu umspielen und lässt dem Anwender gewisse "Ausschlachtmöglichkeiten". Denn sowohl der quer eingeschobene Halterahmen für die drei internen 3,5" Laufwerke, der zusätzlich mit einem 80-mm-Lüfter versehen ist, als auch das obere Lüfterblech, das Befestigungsmöglichkeiten für einen oberen sowie einen bereits vorinstallierten, rückseitig ausblasenden 80-mm-Ventilator bietet, können kinderleicht entfernt werden. Auch ist einzige Längsverstrebung, die auch die Halteblechauflage für das Netzteil trägt, genauso demontierbar (was aufgrund schwindender Verwindungssteifigkeit der Gesamtkonstruktion nicht zu empfehlen ist), wie die einzeln gesteckten, für die Größe des Gehäuses doch etwas lang geratenen Kabel der Frontpanelanschlüsse - wobei sich natürlich auch die gesamte Platine abnehmen lässt. Lediglich der genietete Rahmen für die beiden 5,25"-Laufwerke ist fix..

 

 

Qualitativ lässt Silverstone beim SG-01 nicht viel anbrennen: Das Konzept stimmt und hinterlässt einen wonnigen Eindruck, wenngleich materialbedingte, leichte Schärfen an den Kanten im Inneren des Gehäuses hier und da noch gedämpft werden sollten.

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