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Logitech MediaPlay Cordless Mouse
Autor:
Martin Eckardt
Publiziert:
18.03.2006
Kategorie:
Komponenten
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Vor einigen Wochen testete Tweakers4u sechs aktuelle Computer-Mäuse, die entsprechend den Herstellervorgaben speziell für die Bedürfnisse von Gamern entwickelt wurden. Alle Vertreter waren kabelgebunden, konnten auf blitzschnelle und superpräzise Sensoren auf Laser- oder Infrarotbasis vertrauen und mussten mit alltagstauglicher Ergonomie punkten. Der Hauptdarsteller des heutigen Tests gehört zwar ebenfalls in die Gattung PC-Maus, hat aber mit seinen hochgezüchteten Artgenossen nur recht wenig gemein und spricht demnach ein vollkommen anderes Klientel an. So handelt es sich bei der Logitech MediaPlay - wie sich anhand des Namens bereits erahnen lässt - um einen Nager mit stark multimedialen Präferenzen. Man könnte grob umreißend sogar noch einen Schritt weitergehen und die MediaPlay als Versuch beschreiben, PC-Maus und -Fernbedienung in einem harmonischen Multitalent zu vereinen - klingt interessant? Ist es auf den ersten Blick auch und der Test soll zeigen, ob auch ein zweiter Hingucker lohnt.

Unser gebührender Dank gilt zunächst PC-Systeme Duisburg für die abermals freundliche Bereitstellung eines Testexemplars. Die Logitech MediaPlay kann zum Preis von gut 35 Euro erstanden werden - eine für Logitech-Produkte mit diesem Funktionsumfang erfreulich moderate Preisgestaltung, wie wir meinen.

Lieferumfang 

  • Logitech MediaPlay Cordless Mouse
  • USB-Stick Empfänger
  • Kabelgebundene USB-Desktop-Verlängerung
  • PS/2 - USB Adapter
  • Zwei Duracell-AA-Batterien
  • SetPoint und MediaLife Software
  • Benutzerhandbuch

Ergonomie und Details

Natürlich gelten auch hier in der Einzelbetrachtung die getroffenen Vorüberlegungen des Vergleiches hinsichtlich der objektiven Einschätzung von Design und Formgebung. Schließlich wird eine neue Maus mit anderer Oberflächencharakteristik und anderem Bau nie sofort gefallen, nachdem man sich monatelang an die Begebenheiten des vorherigen Nagers gewöhnt hat. Es ist wie mit einem neuen Paar Schuhe - die wollen auch erst einmal eingelaufen werden, bis sie optimal passen und sich vertraut anfühlen. Mit anderen Worten: Der erste Eindruck ist nicht der entscheidende, der Mensch ist ein Gewohnheitstier - er bevorzugt das Gewohnte, aber er gewöhnt sich an alles (sofern eine gewisse Grundsympathie vorhanden ist).

Bei der MediaPlay haben die Logitech-Ingenieure im Bezug auf die Handlichkeit gewohnt ordentliche Arbeit geleistet - sie liegt prompt angenehm in der Hand. Entgegen erster Vermutungen ist die Multimedia-Maus aber trotz ihrer grundlegenden Symmetrie aufgrund ihrer Tastenplatzierung in erster Linie nur für Rechtshänder konzipiert. Dabei erinnert sie mit ihrer flachen, weit gestreckten Frontpartie eher an die polarisierenden Razer-Mäuse, verweigert sich aber der ungewohnten fingerbasierenden Führung durch die starke, beidseitige Taillierung und das im Vergleich zur Copperhead und Co. deutlich bauchigere Heck, das mittelgroße Handwölbungen problemlos ausfüllt und somit wohltuend stützt. Eine Daumen- oder Fingerablage sucht man unterdessen vergebens - benötigt man aufgrund der ausgeprägten Seitenvertiefungen auch nicht - bequem und intuitiv ist die Haltung und Führung der MediaPlay auch über längeren Zeitraum allemal. 

   

Beim Tastenangebot muss man die MediaPlay zunächst in ihre beiden Funktionseinheiten unterteilen. Als reine Maus offeriert sie ein etabliertes Fünftastenlayout im Stile einer MX500. Besonders gut gefallen dabei die beiden großen Haupttasten, vermitteln sie doch äußerste Stabilität und Klapperfreiheit sowie angenehm hohe Druckpunkte mit geringer Sensibilität. Beim Mausrad, welches als zusätzliche Taste fungiert, haben die Logitech-Mannen im Gegensatz zur G5 genau ins Schwarze getroffen. Gute Positionierung, gute Griffigkeit dank gummierter Slickoberfläche, kaum wahrnehmbares, dumpfes Raster-Scrollgeräusch in Kombination mit der 4-D-Charakteristik für den vertikalen sowieso horizontalen Bildlauf und ein satter Betätigungspunkt, der nichts vom schwammigen Gefühl des G5-Derivates versprüht, sondern präzises Arbeiten zulässt, zeugen von ausgesprochener Qualität. Unterdessen lassen die beiden seitlichen Daumentasten diesen Eindruck etwas vermissen. Zwar weisen sie ordentliche, intuitive Erreich- und Bedienbarkeit auf, haben in der gummierten Fassung allerdings geringfügig zu viel Spiel und neigen somit leicht zum Klappern. Weiterhin sind an der Unterseite der Maus On/Off-Switch sowie Reset-Button angebracht.

Die Besonderheit der Maus steckt aber zweifelsfrei in den sechs zusätzlichen Media-Tasten. Diese sind verstreut auf der Oberschale angeordnet und mit den typischen Funktionssymbolen versehen, welche bei Betätigung der Media-Funktionen allesamt stilvoll blau hinterleuchtet werden. Direkt unter dem Mausrad befindet sich der "Media"-Button, dem man ein beliebiges Entertainment-Programm zuweisen kann, etwa den Media-Player oder iTunes. Zentral befindet sich weiterhin der runde "Play/Pause"-Button, während links die Taster zur Lautstärkejustierung und rechts die Pendants zum Titelswitch angeordnet sind. Die Erreichbarkeit der Zusatztasten ist im Alltagsbetrieb natürlich eingeschränkt, in der typischen Fernbedienungshaltung, die Logitech für die MediaPlay vorsieht, ist die Navigation hingegen problemlos.

Bei der Oberflächengestaltung hat Logitech einen guten Kompromiss gefunden. Die graue Oberschale besitzt ein leicht angerautes, mattes Finish und distanziert sich somit von der klebrig-glatten Oberhaut, wie wir sie beispielsweise bei der MX518 bemängelten. Der blaue Seitenstreifen weist indes eine sanfte Gummierung auf, die Griffigkeit suggeriert und angenehm schmeichelnd beim Drüberstreichen wirkt. Leider ist die Kunststoff-Unterschale derweil wieder aalglatt, die zwar für die Finger Abwechslung bei der Abtastung bietet, bei längerer Benutzung aber eher unangenehm schmierig wird.

   

Wie es sich für eine Media-Maus gehört, tritt der Logitech Nager natürlich kabellos auf. Der entsprechende Signalempfänger kommt in Form eines kleinen USB-Sticks daher und kann, sofern gewünscht, auch über die mitgelieferte USB-Station auf dem Schreibtisch platziert werden. Dabei beträgt die Kabellänge der Station etwa 150 Zentimeter. Als maximale Übertragungsdistanz gibt Logitech etwa drei Meter an. Im Test mit frischen Batterien war aber auch eine problemlose Nutzung bei über fünf Metern realisierbar, sodass dem bequemen Navigieren durch die Musiksammlung oder der Feinjustierung beim DVD-Schauen vom Sofa aus nichts im Wege stehen sollte. Weiterhin soll die MediaPlay relativ energiesparend arbeiten - bis zu sechs Monate gibt Logitech für die Haltbarkeit der beigepackten Duracell-Batterien an, bei intensiver täglicher Nutzung dürften es aber deutlich weniger sein.

Im Alltagsbetrieb kann die MediaPlay durchaus punkten und überzeugt nach kurzer Eingewöhnungsphase mit guter, sicherer Führbarkeit und lückenloser, direkter Signalübertragung. Damit lässt sich ein störfreies, präzises Arbeiten im Desktop-Betrieb tadellos umsetzen, zumal auch die Kompatibilität des optischen Infrarot-Sensors zu den gängigen Untergründen keinerlei Grund zu Beanstandungen lässt. Die Reaktionsschnelligkeit reicht sogar aus, um als Gelegenheitsspieler die ein oder andere Ego-Shooter Session einzulegen, wenngleich es der Maus in Referenz zur aktuellen Laser-Spitzenklasse etwas an Spritzigkeit und Leichtfüßigkeit fehlt. Etwas Unbehagen dürfte in der Anfangszeit auch der ungewohnte Schwerpunkt der etwa 160 Gramm-MediaPlay bereiten, der aufgrund des Batterie-Fachs im unteren Heck liegt. Auch das Gleitverhalten ist nicht vollkommen überzeugend - für geringen Widerstand sollten hier eher raue Plastikunterlagen gewählt werden, während präzise, aber bremsende Stoff-Pads eher mittelmäßig mit der trägen MediaPlay harmonieren. 

 

Bei den Softwarebeigaben setzt Logitech üblicherweise auf die hauseigene SetPoint-Programmoberfläche, über welche die Mauskonfiguration im Detail vorgenommen werden kann. So sind die grundlegenden Einstellungen für die programmierbaren Tasten genauso vorzunehmen, wie Scroll- und Mauszeigeroptionen. Eine Batterieanzeige gibt zudem Aufschluss über den Ladezustand der MediaPlay-Energiespender.

Zudem liefert der Hersteller mit "MediaLife" ein weiteres Multimediaprogramm mit, über das die eigene Foto-, Video- und Musiksammlung verwaltet werden kann. Für das Gros der Anwender wird diese Software allerdings von geringerem Interesse sein, da sie auf komplexere, umfangreichere und übersichtlichere Programme zurückgreifen werden. Die meisten davon sollten aber einwandfrei mit der MediaPlay und deren Multimedia-Tasten harmonieren: Wir testeten beispielsweise Apples iTunes, den Windows MediaPlayer, Winamp und PowerDVD erfolgreich. Leider sind die Zusatztasten des Nagers in ihrer Belegung nicht umzukonfigurieren.

   

Fazit und Empfehlungen

Logitech führt mit der MediaPlay eine interessante Symbiose aus kabelloser Allzweckmaus und PC-Basis-Fernbedienung im Produktportfolio. Optisch ansprechend, qualitativ hochwertig und ergonomisch attraktiv, das sind die grundlegenden Attribute, die von einer durchdachten Lösung zeugen. Im täglichen Betrieb schlägt sich die MediaPlay wacker und überzeugt mit gutem Ansprechverhalten, geringer Standby-Aufwachzeit und problemloser Übertragung. In hektischen Spielen fehlt es dem Logitech-Nager zwar etwas an Dynamik, niedrige Reaktionszeit und für eine kabelungebundene Maus nicht spürbare Verzögerungen laden aber dennoch zum Gelegenheits-Zocken ein. Als gelungen ist auch die Einbindung der Media-Funktionen zu bezeichnen, die der Media-Play zwar nicht den Unfang einer vollwertigen HTPC-Fernbedienung verleihen, beim entspannt musikhinterlegten Lümmeln auf der Couch aber durchaus willkommene Bequemlichkeit und Flexibilität bieten. Alles in allem konnte uns die Logitech MediaPlay also überzeugen und rundet ihren geglückten Auftritt mit einem annehmbaren Preis von unter 40 Euro ab.


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